Phoenix

Wir bleiben drin (quod erat demonstrandum)

Phoenix Hagen Klassenerhalt
Nichtabstieg - aber welcher Roster 2011?
Grother letzter Dreierversuch
Matzes letzter...
Grothes letzter Dreiertreffer
...Dreier!!!
Grothes Abschied
Good Bye #9

BBL Season Stats 2009/10

Alle Neune…

09.10.2009 20:00 Giessen – Phoenix Hagen 77:83
18.10.2009 19:00 Phoenix Hagen – Ulm 76:75
21.11.2009 15:00 Phoenix Hagen – Düsseldorf 85:77
19.12.2009 20:00 Phoenix Hagen – Trier 79:77
26.12.2009 20:00 Phoenix Hagen – Braunschweig 95:85
02.01.2010 20:00 Phoenix Hagen – Giessen 68:65
20.03.2010 15:00 Düsseldorf – Phoenix Hagen 68:70
17.04.2010 20:00 Phoenix Hagen – Ludwigsburg 96:71
01.05.2010 19:55 Paderborn – Phoenix Hagen 78:85

MPG
Griffin 32:39
Jordan 32:34
Pryor 26:54
Turek 26:41
Kale 26:07

PPG
Griffin 13.2
Turek 12.9
Kale 11.8
Jordan 9.0
Pryor 8.8

2G%
Dreesen 100.0 %
Grothe 60.0 %
Turek 52.8 %
Kale 52.1 %
Kruel 52.1 %

3P%
Turek 42.9 %
McGee 40.0 %
Kristof 40.0 %
Pryor 39.3 %
Griffin 33.1 %

FG%
Turek 52.3 %
Kale 51.6%
Kruel 49.2 %
Fleetwood 42.5 %
Griffin 40.6 %

FT%
Griffin 83.5 %
Alijevas 77.8 %
Jordan 73.5 %
Pryor 72.9 %
Malte 71.4 %

RPG
Kale 7.0
Turek 6.7
Kruel 4.7
Jonusas 3.6
Fleetwood 3.1
Griffin 3.1
Pyror 3.1

APG
Jordan 5.1
Griffin 2.4
McGee 2.1
Kruel 1.7
Pryor 1.4

SPG
Pryor 1.1
Jonusas 0.9
Jordan 0.8
Griffin 0.7
Kale 0.7

EFF
Turek 14.3
Kale 12.8
Griffin 11.1
Kruel 9.5
Jordan 8.7

Ische in the building
Ische 3030 in the building...

Fotos: Michael Kleinrensing/derwesten.de & Jörg Laube/phoenix-hagen.de

Finals zum Feiern

Matze Karriereende

96-71-Kantersieg im letzten Heimspiel und Matze trifft seinen letzten Dreier. Besser konnte es nicht laufen, aber irgendwie war es die logische Belohnung für starke Leistungen der letzten Wochen. Ludwigsburg wurde schon zur Halbzeit mit 54-28 auseinandergenommen (26-12 Rebounds) und aus allen Playoff-Träumen geschossen, während die Niederlagen von Düsseldorf gegen Artland und Paderborn (wieder nur -4 beim MBC) Nichtabstiegsfeiern aufwärmten. In der letztmalig ausverkauften Miethalle herrschte wie im vulkanaschebedingten Flugverbot draußen eitel Sonnenschein, als am Ende der höchste Saisonsieg gefeiert wurde. Der Gameplan wurde abgerufen und das ganze Team bot tollen Basketball, allen voran der zuletzt disziplingesperrte Q Pryor (20 Punkte/4 Dreier/6 Rebounds/2 Blöcke), John Turek (18 Pts/12 Rbs), Chase Griffin (19 Pts/3 AS), Michael Hakim Jordan (12 Pts/6 AS) und Jonathan Kale (12 Pts/5 Rbs).
Eine Videobotschaft von Bundestrainer Bauermann und ein emotionales Gruppenfoto um das hallendachvererbte Trikot Nr. 9 rundeten den Abschied aus Hohenlimburg und von Matthias Grothe ab.

Alba Berlin im Eurocup-Finale

Das Sonnenwochenende endet mit Berliner Luft. Alba Berlin schlägt Bizkaia Bilbao sensationell mit 77-70. Mit dabei 70 unentwegte 26 Stunden-Busreise-Fans – persönlich begrüßt von Euroleague-Boss Bertomeu – gegen 7000 schwarzgekleidete Basken, die eine fast ständige Führung der gelb-blauen Hauptstädter mitansehen mussten. Cleveres Coaching von Split-Legende Luca Pavicevic, starkes Centerspiel von Adam Chubb (27 Pts/7 Rbs), eiskalte Dreier vom gehirnerschütteten Jenkins und dem krampfgeplagten McElroy lassen auf den ersten deutschen Europapokaltriumph seit 1995 (Alba im Korac-Cup) hoffen.
Dieses Eurocup-Finale gegen die lila Orangen aus Valencia (92-80 gegen Panellinios) mobilisierte nicht nur kurzentschlossene Alba-Fans, in der Nacht gen Baskenland loszufahren, sondern auch BBL-Geschäftsführer Pommer. Geteiltes Leid ist dann gemeinsame Freude. Für den deutschen Basketball wäre ein Pokalsieg gegen einen Top-Club der zweitbesten Liga der Welt Gold wert.
Live bei Eurosport 2 oder ab 21 Uhr im RBB-TV, auch im Internet-Stream.

Das allerletzte Heimspiel

Phoenix Halle

Samstagabend wird es zwei Abschiede geben, mit dem lachenden und mit dem weinenden Auge: die kostspielige Ausweichhalle an der Färberstraße wird nach dem letzten BBL-Heimspiel gegen Ludwigsburg zurück an den Fitness-Vermieter gegeben. Für den mentalen Rettungsring gab es vorher noch eine Boxing Session. Bis dahin 5 Siege aus 16 Spielen bei nur zweimal ausverkauft (bzw. überfüllt) lassen spekulieren, ob das in der Ischelandhalle sportlich wie zuschauermäßig nicht besser geklappt hätte. Jedenfalls haben hier auch die Harlem Globetrotters gespielt. Vor dem großen Respekt für den Mammutumbau vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer war die Organisation in Hohenlimburg in aller Enge echtes Teamwork, die „Phönix“-Pendelbusse wurden genutzt wie die Tankstelle vor der Einfahrt, Abendkasse wie Einlaß waren freundlich wie geschmeidig und die Getränkestände luden zum Verweilen im Innenhof ein. Nur die zwei Toilettencontainer und der zu geringe Steilgrad von den Zuchauerrängen lassen dann doch auf die langersehnte Rückkehr in die endlich renovierte Ische freuen – hoffentlich doch noch in der BBL, nachdem die Lizenz 2010/11 schon geritzt ist. Zu den Heimsiegen gegen Ulm, Düsseldorf, Trier, Braunschweig und Giessen kann gern noch die letzte Zugabe gegen Ludwigsburg (Tipoff 20 Uhr) kommen, die ihrerseits um letzte Playoff-Chancen kämpfen. Und wer die Vorort-Halle dann vermisst, kann sich das Panorama noch mal reinziehen.

„Es ist nicht so einfach, aber das wussten wir ja.”
(Phoenix-Geschäftsführer Herkelmann vor dem Hallenumbau 2009)

BBL-Aufsteiger Matthias Grothe

Diese Rückblicke wird auch Matthias Grothe haben, ganz besonders bis ins Jahr 2004, als aus der Konkursmasse von Brandt Hagen und der sportlichen Nähe von BG Hagen das kollektivere Zukunftsprojekt Phoenix Hagen entstand. Daß es damals überhaupt weiterging und mit dem recht fixen Wiederaufstieg in die Basketball-Bundesliga endete, ist eines der Sportmärchen, die nicht vielen widerfahren – außer im Film. Nicht jeder trainiert seinen Körper von 153 kg auf 110 hinunter und trifft im Spielverlauf ungemein effektive Dreipunktwürfe: Matze halt. Westfälisch bescheiden blieb seine Einsatzzeit von einem gut gezogenen Pils (135 Bundesliga-Minuten in 19 Spielen) mit 7 Dreiern aus 33 Punkten und 15 Rebounds. Aber zwischen 1998 und 2002 erreichte der Zweimetermann mit der damaligen 12 in 116 Spielen gleich dreimal die deutschen Playoffs bis ins Viertelfinale mit Brandt Hagen.
Eigentlich fehlen der Basketballstadt Hagen mehr würdige Memorabilia an ihre tolle Tradition. Was in den Jahrzehnten an Geschichte bei SSV, TSV und Brandt geschaffen wurde – und leider kaum mehr in Archiven aufzufinden ist und öffentlich gemacht wurde, wie es sein müsste – sollte bei Phoenix langfristig gepflegt werden. Wenn Kapitän Matthias Grothe kurz vor seinem 32. Geburtstag die aktiven Basketballstiefel an den Nagel hängt, sollte überlegt werden, ob sein Trikot mit der Nummer 9 nicht unter der neuen Hallendecke am Ischeland prangen sollte. Gefeiert retired quasi. Schon jetzt macht er als Jugend-Coach weiter, vielleicht bloggt er noch mal, aber diese Spielerkarriere macht ihm so schnell kein deutscher Basketballer nach. Und die Korbanlagen sind auch wieder sicher vor ihm. Eine weitere Hagener Legende geht. Danke, Matze ;)

Letztes Wort zum Film-Aufstieg in Hangtime:
„So eine Chance kriegst du nie wieder. Das ist Gold wert für Verein und Stadt.” Nur eins wäre anders, wenn Phoenix auch real den Aufstieg feiern könnte. „Dann wüsste ich, dass in den Flaschen keine Apfelschorle, sondern richtiges Bier”, sagt „Ha-Hu”: „Dafür müssten wir aber auch selber nachher saubermachen.”

HaHu Grothe

Fotos: Michael Kleinrensing/wp/derwesten

Strohdoofe Ostern…

Turek gegen Oldenburg

Phoenix scheint seine Mythologie in der BBL einzuholen: während am Samstag die Osterfeuer abflammten und das Team sich beim starken Auftritt in Göttingen nicht belohnen konnte, lodert das Abstiegsfeuer nach dem 64-73 gegen Oldenburg weiter.
Die Ostereier wurden gut versteckt, der nordisch unterkühlte Meister, der sich beim Derby im Artland mit 52-66 blamiert hatte, fraß sie dankend auf. Unsere nächste Auswärtsstation Trier legte vor gegen Ulm: 89-74.

Die Kellerlage vor dem 31. Spieltag:
Giessen 9-21
Trier 9-21
Düsseldorf 8-22
Hagen 7-23
Paderborn 5-24

Die den 2500er Zuschauerschnitt bestätigende Färberhalle wechselte im vorletzten Heimspiel in Hohenlimburg von Loserlaune zu Siegerlaune und zurück, um dann die neuen Klatschpappen in die Ecke zu dreschen, während die Gästefans von stummen Fischen zu arroganten Siegermöwen mutierten.
Fast bis zum Ende das bessere Team – 24-12-Start und 1438 Sekunden lang in Führung (sowas gehört nun mal nachgerechnet) – mit Kampfstärke, lange nicht mehr gesehenem klugem Setplay und einem unaufhaltsamem Turek, der sich mit 28 Punkten zum Phoenix-Topscorer der Saison (bis dahin Chase Griffin mit 27) warf und sein drittes Double Double holte.
Davon konnte das Team (22-63-Wurfbilanz) nicht profitieren: Jordan (10 Pts) traf nur einen von acht Dreiern, wobei Griffin mehr den Spielaufbau (6 Assists) bemühte. Für den rückengezerrten Kale half Jonusas bei den Rebounds (10) aus, der foulmeckernde Kruel wurde seinem wknD Top Ten-Platz nicht gerecht. Nota bene: Schiri-Bonus (zum Feiertag mit Schiedsrichterin) für Gegner-Center ist quasi BBL-Geheimregel. So hatten die „Deutschen Meister“ eine 43-31-Hoheit.
Wegen „disziplinarischer Massnahmen“ in Sachen Trainingsleistung wurde Q Pryor leider zum falschen Zeitpunkt von Coach Freyer bestraft, der die Abendrealität anders sah:

Glückwunsch an Oldenburg, sie haben verdient gewonnen.
Wir haben über drei Viertel unseren Gameplan umgesetzt.
Es war heute keine Kraftsache, sondern eher Kopfsache.

Insgesamt hatten wir in dieser Saison eine Handvoll Heimspiele (Paderborn, MBC, Bremerhaven, Bonn und Oldenburg), die wir hätten gewinnen müssen. Auch ohne schönredenden Konjunktiv.
Nahdistanz (42 %) und Dreier (20 %, mit 31.2 % Ligaletzte) – bei sinnlos luschiger Wurftechnik – bleiben unser Problem, bei den sonst notorischen Turnovern lagen wir bei 8-14 besser als der Meister, aber einige davon waren kopflos wie spielentscheidend und Gästegeschenke. Dann im bitteren Schlussviertel (10-23) gleich zwei Dreier versemmelt und gekellt worden – das schlechte Ende vom guten Anfang.
Aber: wenn wir absteigen, wiederholt Oldenburg seine Meisterschaft nicht. In einem spielschwachen Team mit Fitnessdomina zeigte nur Paulding (21 Pts, 6 Rbs) Ligalorbeeren, Scekic foulte sich in nicht mal 14 Minuten aus, Boumtje Boumtje musste nur die runterfallenden Defensivrebounds (12) auffangen, MVP Gardner spielte gegen eine erneute Ehrung. Und so spielt man um die Tabellenführung… Topteam-Effektivität?

In Bayreuth wurde Geschichte gemacht: während die Giants Nördlingen in der Oberfrankenhalle noch im April 2008 den BBL-Aufstieg feierten, besiegelte das 53-97 den freien Fall in die Pro B. Unsere Vorjahresrivalen BBC Bayreuth, bei dem Uns Adam Baumann seine Karriere beendete, bejubelten damit die vorzeitige BBL-Rückkehr. Herzlichen Glückwunsch, hoffentlich sehen wir uns in der kommenden Saison wieder…
Den zweiten Platz umkämpfen Cuxhaven, Saar-Pfalz (Ex-Kaiserslautern) Braves und Karlsruhe.

BBL-Aufsteiger 2010/11 BBC Bayreuth
Back for good auch in Bayreuth

Indianapolis und 70930 Fans erlebten fast die NCAA-Sensation: die Butler Bulldogs um Starspieler Gordon Hayward (sein Buzzerdreier traf nur Brett und Ring) verloren knapp mit 59-61 ihre erste Championship gegen die Duke Blue Devils um Jon Scheyer, die das zum vierten Mal schafften. Coach K’s Dream Team-Generalprobe für die WM in der Türkei ist geglückt.

Damit bekam ein 25 Siege rekordendes Basketballmärchen kein Happy End. Wie das Big Business NBA wird auch der volkstümliche College-Sport knallhart verwirtschaftet. Üblicherweise kommen nur die großen Universitäten in die Endrunde der Final Four: bessere Trainingsmöglichkeiten als die Profiliga und Budgets (Duke hat 14 Mio. $), die das Bruttosozialprodukt in Dritte-Welt-Ländern decken könnten.
Aber das dunkelblaue Team der mit 4200 Studierenden viertkleinsten Final Four-Uni aller Zeiten hat „Old School“-Werte serviert und renaturisiert mit einem Underdog-Teamspirit aus einer 82jährigen Großraumturnhalle. Hoffnung also für „kleine“ Basketballteams, die groß werden wollen…

Psychisch helfen tun die Butler-Erkenntnisse:

Heart, not size or status, is what matters most.

We do have something bigger than basketball.
This will only take us so far, and we have a lifetime to enjoy it.

(aus dem Review zu Butler-Duke)

Fotos: Phoenix Hagen/Jörg Laube & BBC Bayreuth/Christian Haberkorn

Easternanza: Eierlaufen um ungelegte Eier

Basketball Ostern

Phrohe Ostern an alle Leserinnen und Leser!

Am heutigen Ostermontag holt Phoenix Hagen endlich das Heimspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister und Realtabellenführer (21 Siege und 7 Niederlagen, davon 6 auswärts!) Baskets Oldenburg nach. Derweil hat sich im Abstiegskampf vieles verschärft. Traditionsclub Giessen scheint nach den Heimsiegen gegen Trier und Tübingen fast gerettet und verlor beim Meister nur 48-58.
Nach dem wichtigen zweiten Auswärtssieg in Düsseldorf plante die Phoenix-Euphorie schon Richtung Mayday in Paderborn und prompt revanchierten sich die Giants mit einem 66-64 in Frankfurt. Das Heimspiel gegen die Berliner Eurocup-Helden ging auch erst im Schlussviertel mit 73-79 verloren, so daß das Spiel in Ludwigsburg am 14.04. die Gnad-Truppe weiter von den Abstiegsrängen bringen könnte.
Ins Abstiegsvisier werden nun die Trierer vom Schwarzen Tor genommen, die mit einer L11-Serie (8-21) heute um 17 Uhr die klassenerhaltenden Ulmer (11-18) empfangen. Am 23. April wird Phoenix zum möglichen nächsten Abstiegsendspiel ans Porta Nigra reisen. Siegersekt oder Gerolsteiner Sprudel also.
Vor dem Saisonende aber muß die Phoenix-Phamilie auf sich selbst schauen und in allen 40 Minuten versuchen, das Unmögliche wahr zu machen. Die Fahrt zum Top Four-Pokalwunder nach Göttingen wäre fast sensationell geendet, wenn zwei vergebene Dreier und fast typisch gewordene Turnover (22, insgesamt 461) das Team mit dem 69-76 nicht um einen weiteren Siegeslohn gebracht hätten.
Eine Turnover-Therapie (461 Klöpse) gerade für die Center ginge so: an freie Positionen rochieren, mögliche Fehlpässe vorhersehen, unnötige Dribblings vermeiden und ruhig Blut wie beim Eierlauf :?
Sonst könnten Freyer & Wriedt das hier in die Umkleidekabine heften: http://www.coachesclipboard.net/BasketballTurnovers.html

Oder kurz gesagt:

The three „looks“ – look and see the floor, look before passing, and look before dribbling.

und

There is a fine line between playing „on the edge“ (under control) and „out of control“.

Hinspiel Oldenburg - Hagen

Foto: Ulf Duda

Das Osterfest endet mit dem NCAA-Finale in Indianapolis (ab 03:00 Uhr hier): Local Heroes Butler Bulldogs kämpfen gegen die Duke Blue Devils.