Daisy, D.C., Dirk und DSF

Snow Daisy & Donald

Leise rieselt der Schnee und das in ganz Europa, wo das Schneetief Daisy weniger Chaos als in den Vorhersagen gebracht hat. Hagen meldet Rodel gut, wollen wir hoffen, daß die morgige Auswärtsfahrt nach Oldenburg nicht so eisheilig wird wie an Silvester, wo der Norden wirklich kaum zugänglich blieb. Das Hallenheft „Gametime“ deckt die Partien gegen uns, den Euroleague-Champion Panathinaikos Athen und BG (neu!) Göttingen ab. Ob es beim amtierenden Meister – sang- und klanglos aus der Euroleague ausgeschieden – in der Rundglasarena hinterm Hauptbahnhof außer Schneeballschlachten und Papierfliegern was zu holen gibt, wird der Live-Ticker zeigen. Berlin hat als Titelfavorit gestern in Trier mit halbem Einsatz den Stiefel runtergespielt und Oldenburg als Meister eine weiße Heimweste. Für Phoenix entweder eine Lehrstunde wie in Artland oder W4 und der Lohn eines neuen Teams unter MHJ und unserem starken Centertrio. Unsere Freak-Flügel Pryor und Fleetwood haben vor keinem Gegner Angst und ein Chase Griffin hat schon beim bisher einzigen Auswärtssieg in Giessen einen Lauf gezeigt. Und: wir sind nicht Tabellenletzter!!! Revanche für das 66:67 von 1860 gegen OTB. Wir gewinnen die Schneeballschlacht mit +3.
Für die tapferen Phoenix-Fans vor dem Besuch der wohl besten Fans Europas trotzdem Zeit zum Feiern, wie immer. Alle (Sieges-) Hungrigen sollten die arenanahen griechischen Restaurants Thassos (Bremer Heerstr. 110) oder Delphi (Cloppenburger Str. 24) aufsuchen: dort gibt’s einen speziellen „Panathinaikos-Teller“ zum Vorfreudepreis von 7,90 Euro. Auswärtssieg-Ouzo inklusive. Guten Appetit und sichere An- und Abreise!

Nach verhinderten Terrorakten in US-Flugzeugen schockiert die NBA in der Hauptstadt. Die „Waffenspielchen“ der nun echten Null Gilbert Arenas von den Washington Wizards, früher bekannt als Bullets, verschärfen die Krise des Letzten in der Southeast (10-20-Bilanz) nach dem Tod des langjährigen Owners Pollin. „Exklusiv“ sickerte ein interner Vorfall vom Heiligabend (!) erst als Neujahrsgossip um 02:53 Uhr durch, aber von der New York (!) Post, was zur Entlassung der Sportredaktion der Washington Post führte. Zusammengefasst hatte DC-Cowboy Arenas den beim Billigpoker „Boo Ray“ um 1000 Dollar ärmeren Verlierer Javaris Crattinton, einen jungen Dauerbank-Guard, erst ausgelacht, bevor es wegen weiteren 150000 Spielschulden zu Spinddrohungen und dann zum direkten Pistolenduell in der Teamkabine (!) kam.
Der Beschuldigte selbst reagierte ab Neujahr mit einer Twitter-Textwelle von einem Social Media-Tool, das er erst nutzen wollte, wenn der millionste User erreicht ist. Den bis dahin knapp 9000 LeserInnen schrieb er am Morgen der Medienbombe:

* i wake up this morning and seen i was the new JOHN WAYNE..lmao media is too funny

Eine neue Gefahrenstufe in der bisher krimifreien US-Sportgeschichte? Durchaus interessant auch vor dem Hintergrund des Schiri-Donaghy-Wettskandals. NBA-Commissioner Stern ließ „Agent Zero“ erst nach der Doppelpistolen-Geste vor dem Auswärtssieg bei den Sixers sperren, kurz vor seinem 28. Geburtstag, auf unbestimmte Zeit und ohne Honorar. Aber ein halbes 16-Millionen-Dollar-Jahresgehalt dürfte verschmerzen für die größte Dummheit einer Sportlerkarriere, die nun genug Zwangsurlaub und Besinnung bekommt für seine wohltätige Zero2Hero Foundation

Arenas Wizards Gunpoint

Der nach dem EM-Break zum Peace-Hippie frisierte Dirk Nowitzki ist der lachende Winner schon vor diesem Weekend. Sein Dreier zum 107-100 und seine 26 Punkte bei einem starken 42-23-Schlussviertel bescherten den wichtigen 112-103-Texas-Derbysieg gegen die San Antonio Spurs. Die Dallas Mavericks thronen mit 25-15 im Südwesten und nähern sich den im neuen Jahr auswärts sieglosen Champions Lakers (28-8), den die Mavs am Mittwoch, 13.01. empfangen. Im Osten verloren alle Top-Teams: Cavs (28-10), Celtic (25-9) und Magic (24-12), nun schon viermal hintereinander. Später (Sonntag 01:00 Uhr) der Southeast-Hit gegen die Hawks oder Superman Howard, InVincible, Jameer Nelson, JJ Reddick und Rashard Lewis gegen Joe Johnson, Mike Bibby, Josh Smith, Al Horford und Marcin Gortat. Ach ja: die Nets bei 3-33, die ihren Spielern übrigens Wettspiele während der Inlandflüge verboten haben. Der Negativrekord liegt bei 9-73, aufgestellt von Philadelphia 76ers 1971-72.

In Germany übertrug das DSF (bald Sport 1) vorhin ihr 17. Spiel live aus der BBL, ein müdes 68-59 von Titelfavorit Berlin (14-3) in Trier (7-10). In Vorfreude auf das Hagen-Spiel (6-10, Tabellenletzter???) morgen bei Meister Oldenburg (11-5) bohrte mich die Frage nach der aktuellen TV-Tabelle. So sahen und sehen die 24 Spiele aus:

10.10.09 Oldenburg – Bamberg
18.10.09 Berlin – Oldenburg
23.10.09 Braunschweig – Quakenbrück
25.10.09 Frankfurt – Bonn
30.10.09 Bonn – Berlin
01.11.09 Ludwigsburg – Oldenburg
07.11.09 Tübingen – Ludwigsburg
14.11.09 Ludwigsburg – Ulm
21.11.09 Frankfurt – Berlin
28.11.09 Quakenbrück – Berlin
05.12.09 Weißenfels – Braunschweig
11.12.09 Trier – Bonn
12.12.09 Braunschweig – Bamberg
18.12.09 Düsseldorf – Ludwigsburg
26.12.09 Berlin – Göttingen
08.01.10 Giessen – Frankfurt
09.01.10 Trier – Berlin
16.01.10 Frankfurt – Oldenburg
29.01.10 Oldenburg – Berlin
06.02.10 Frankfurt – Ulm
06.02.10 Quakenbrück – Braunschweig
13.02.10 Oldenburg – Bremerhaven
20.02.10 Berlin – Bonn
27.02.10 Bamberg – Frankfurt

Berlin 8
Frankfurt 6
Oldenburg 6
Braunschweig 4
Ludwigsburg 4
Bamberg 3
Bonn 3
Quakenbrück 3
Trier 2
Ulm 2
Bremerhaven 1
Düsseldorf 1
Giessen 1
Göttingen 1
Tübingen 1
Weißenfels 1
Hagen 0
Paderborn 0

Warum soviel Berlin? Warum so wenig Bonn, Bamberg oder Quakenbrück? Warum so wenig Göttingen oder Weißenfels? Warum noch nie Hagen? Passend zur eigenwilligen, sportlich unaktuellen Sendeplanung des Münchner Senders eine heutige Kommentatoren-Weisheit:

„Je größer die Entfernung, desto kleiner die Quote“

Für Phoenix also: Nur draußen statt mittendrin. Beschwerden und Tipps zur Programmoptimierung bitte an zuschauerredaktion@dsf.de…