Archiv für Januar 2010

Keine Abstiegspanik: die wahre Tabelle rettet!

In der wohl schiefsten Tabelle des deutschen Profisports plagt es geneigte Phoenix-Fans immer wieder, wenn Hagen auf einem der Abstiegsplätze rangiert, wo doch nur weniger Niederlagen die beste Defense sein können. Wir sehen das hier so:

1 ALBA Berlin 18 15 3 1379 1164 +215
2 EWE Baskets Oldenburg 19 13 6 1408 1281 +127
3 BG Göttingen 18 12 6 1515 1360 +155
4 Eisbären Bremerhaven 20 13 7 1619 1508 +111
5 Telekom Baskets Bonn 20 13 7 1517 1425 +92
6 Deutsche Bank SKYLINERS 19 12 7 1433 1356 +77
7 Artland Dragons 20 11 9 1581 1505 +76
8 Brose Baskets 19 10 9 1446 1372 +74
9 Mitteldeutscher BC 19 10 9 1515 1499 +16
10 WALTER Tigers Tübingen 20 10 10 1550 1591 -41
11 EnBW Ludwigsburg 19 9 10 1379 1389 -10
12 TBB Trier 18 8 10 1332 1415 -83
13 New Yorker Phantoms Braunschweig 19 8 11 1474 1509 -35
14 Phoenix Hagen 18 6 12 1333 1515 -182
15 ratiopharm Ulm 20 7 13 1549 1671 -122
16 Giants Düsseldorf 19 6 13 1382 1423 -41
17 LTi Giessen 46ers 20 5 15 1460 1593 -133
18 Paderborn Baskets 19 4 15 1302 1598 -296

Phoenix in Bamberg

„Hagen hat durch die Verpflichtung von Jordan sicherlich Rückenwind bekommen. Er hat der Mannschaft Selbstvertrauen gegeben und sie spielen auf einem guten Niveau. Kale ist überragend am Brett und auch Turek ist ein effektiver Offensivrebounder“, blickt Brose Head Coach Fleming auf den Gegner. Kale ist drittbester Offensivrebounder der Beko BBL. Vor allem aber gelte es Hagen in Person von Griffin „die einfachen Punkte aus dem Fastbreak wegzunehmen“, so Fleming.

Der Fanclub Faszination Basketball will den Feuervögeln einen heißen Empfang bereiten und ruft deshalb alle Besucher auf, sich mit Tröten, Krachmachern etc. auszustatten. Präsident Neubauer: „Ich hoffe, dass alle Fans, ob im Fanclub organisiert oder nicht, unserem Aufruf folgen werden. Kommt in Rot und bringt Tröten, Trommeln usw. mit. Das Team braucht in diesem wichtigen Spiel unsere lautstarke Unterstützung.“ Als kleinen Anreiz schenkt der Fanclub an seinem Stand gratis Glühwein (solange der Vorrat reicht) aus.

(von der Brose Baskets-Homepage)

Phoenix in Bamberg live im Radio @
Radio Galaxy
und
Radio Bamberg

Ayı sonlarında yaz yalnızca Türkiye‘ye *

FIBA World Cup 2010

*) Im Spätsommer nur in die Türkei.

28.08.-12.09. heißt die Urlaubszeit für alle Basketballfans, wenn nach der Fußball-WM in Südafrika der 16. FIBA World Cup steigt.

Nach der erfreulichen Wild Card für die DBB-Auswahl – neben Russland, Litauen und Libanon – ergab die Auslosung Mitte Dezember folgende Gruppen:

Gruppe A (Kayseri)

Serbien
Argentinien
Australien
Jordanien
Deutschland
Angola

Gruppe B (Istanbul)

Kroatien
Brasilien
Tunesien
Slowenien
Iran
USA

Gruppe C (Ankara)

China
Türkei
Russland
Puerto Rico
Elfenbeinküste
Griechenland

Gruppe D (Izmir)

Litauen
Libanon
Frankreich
Spanien
Kanada
Neuseeland

Kobe Istanbul

DBB-Bilanz (in Klammern Termine):

Argentinien (SA 28.08.):
8 Spiele, 1 Sieg, 7 Niederlagen, Korbbilanz 629:679
zuletzt bei der WM 2002 in Indianapolis 77:86 (Vorrunde) und 80:86 (Halbfinale)

Serbien/Jugoslawien (SO 29.08.):
38 Spiele, 3 Siege, 35 Niederlagen, Korbbilanz 2.825:3.448
zuletzt im Sommer 2009 in Braunschweig 74:53 und in Dessau 62:75

Australien (MO 30.08.):
5 Spiele, 1 Sieg, 4 Niederlagen, Korbbilanz 345:377
zuletzt Olympia 1992 in Barcelona 79:109 und Supercup 1999 in Berlin 53:48

Angola (MI 01.09.):
4 Spiele, 4 Siege, Korbbilanz 353:308
zuletzt WM 2006 in Hiroshima 108:103 n. 3 Verl. und Olympia 2008 in Peking 95:66

Jordanien (DO 02.09.): noch kein Länderspiel

Wenn auch Bundestrainer Bauermann seine Gruppe A als schwierig ansieht – ob mit oder ohne Nowitzki und Kaman, ob unter den ersten Acht oder mit neuen Nachwuchserfolgen – wird es in den anderen Gruppen nicht einfacher. Vor allem in den Gruppen B und C treffen Basketball-Welten aufeinander, es versprechen unterhaltsame und hoffentlich feierlich-friedliche Games zu werden, hinsichtlich Iran – USA und Türkei – Griechenland.
Nachdem der eigentliche Spielort Antalya am Mittelmeer keine Arena garantieren konnte, entschloß sich das WM-OK für das zentralanatolische Kayseri, Heimat des Staatspräsidenten Abdullah Gül. Auf über 1000 Metern am Fuße des erloschenen 3900er Vulkans Erciyes geht es um beste Höhenluft für die Finalrunden in Istanbul. Die geschichtsträchtige Fast-Millionen-Stadt mit dem berühmten Pastirma-Schinken liegt im Weinparadies und Wander-Eldorado Kappadokien, voller Fantasiefelsen und Höhlenkirchen, mit dem größten Industriegebiet der Türkei, erreichbar über den internationalen Airport Erkilet, zum Beispiel von Düsseldorf aus. Nach Ankara sind es 3 Stunden, nach Izmir und Istanbul jeweils knapp 800 km oder 5 Flugstunden. Urlaubstipp die Ballonfahrten in den Morgenstunden. Klimatisch locken 29 °C (nachts 15) bei 1-2 Regentagen.

Und das wird die WM-Arena unserer Basketball-Adler: Kadir Has Kongre Merkezi Spor Salonu (Kapazität 7500)

Tickets als Vorrundenpaket (35 bis 115 €) und in drei Finalpaketen erhältlich bis 25. Januar beim Fanclub Nationalmannschaft. Alternativ bis 20. Februar über die offizielle FIBA-Homepage.

Wichtige Sätze vor Ort:

Ben Almanya‘dan geleceğini = Ich komme aus Deutschland

Basketbol alay ediyor = Basketball macht Spass

Nowitzki iyi – Her şey iyi = Nowitzki gut – alles gut

Döner bir ve soğuk bira istedi = Ein Döner und ein kaltes Bier bitte

Merhaba, nasılsın? = Hallo, wie geht’s?

Erciyes

Fotos: FIBA & Mehmet Türkay

Link banner to 2010 FIBA World Championship Website

Daisy, D.C., Dirk und DSF

Snow Daisy & Donald

Leise rieselt der Schnee und das in ganz Europa, wo das Schneetief Daisy weniger Chaos als in den Vorhersagen gebracht hat. Hagen meldet Rodel gut, wollen wir hoffen, daß die morgige Auswärtsfahrt nach Oldenburg nicht so eisheilig wird wie an Silvester, wo der Norden wirklich kaum zugänglich blieb. Das Hallenheft „Gametime“ deckt die Partien gegen uns, den Euroleague-Champion Panathinaikos Athen und BG (neu!) Göttingen ab. Ob es beim amtierenden Meister – sang- und klanglos aus der Euroleague ausgeschieden – in der Rundglasarena hinterm Hauptbahnhof außer Schneeballschlachten und Papierfliegern was zu holen gibt, wird der Live-Ticker zeigen. Berlin hat als Titelfavorit gestern in Trier mit halbem Einsatz den Stiefel runtergespielt und Oldenburg als Meister eine weiße Heimweste. Für Phoenix entweder eine Lehrstunde wie in Artland oder W4 und der Lohn eines neuen Teams unter MHJ und unserem starken Centertrio. Unsere Freak-Flügel Pryor und Fleetwood haben vor keinem Gegner Angst und ein Chase Griffin hat schon beim bisher einzigen Auswärtssieg in Giessen einen Lauf gezeigt. Und: wir sind nicht Tabellenletzter!!! Revanche für das 66:67 von 1860 gegen OTB. Wir gewinnen die Schneeballschlacht mit +3.
Für die tapferen Phoenix-Fans vor dem Besuch der wohl besten Fans Europas trotzdem Zeit zum Feiern, wie immer. Alle (Sieges-) Hungrigen sollten die arenanahen griechischen Restaurants Thassos (Bremer Heerstr. 110) oder Delphi (Cloppenburger Str. 24) aufsuchen: dort gibt’s einen speziellen „Panathinaikos-Teller“ zum Vorfreudepreis von 7,90 Euro. Auswärtssieg-Ouzo inklusive. Guten Appetit und sichere An- und Abreise!

Nach verhinderten Terrorakten in US-Flugzeugen schockiert die NBA in der Hauptstadt. Die „Waffenspielchen“ der nun echten Null Gilbert Arenas von den Washington Wizards, früher bekannt als Bullets, verschärfen die Krise des Letzten in der Southeast (10-20-Bilanz) nach dem Tod des langjährigen Owners Pollin. „Exklusiv“ sickerte ein interner Vorfall vom Heiligabend (!) erst als Neujahrsgossip um 02:53 Uhr durch, aber von der New York (!) Post, was zur Entlassung der Sportredaktion der Washington Post führte. Zusammengefasst hatte DC-Cowboy Arenas den beim Billigpoker „Boo Ray“ um 1000 Dollar ärmeren Verlierer Javaris Crattinton, einen jungen Dauerbank-Guard, erst ausgelacht, bevor es wegen weiteren 150000 Spielschulden zu Spinddrohungen und dann zum direkten Pistolenduell in der Teamkabine (!) kam.
Der Beschuldigte selbst reagierte ab Neujahr mit einer Twitter-Textwelle von einem Social Media-Tool, das er erst nutzen wollte, wenn der millionste User erreicht ist. Den bis dahin knapp 9000 LeserInnen schrieb er am Morgen der Medienbombe:

* i wake up this morning and seen i was the new JOHN WAYNE..lmao media is too funny

Eine neue Gefahrenstufe in der bisher krimifreien US-Sportgeschichte? Durchaus interessant auch vor dem Hintergrund des Schiri-Donaghy-Wettskandals. NBA-Commissioner Stern ließ „Agent Zero“ erst nach der Doppelpistolen-Geste vor dem Auswärtssieg bei den Sixers sperren, kurz vor seinem 28. Geburtstag, auf unbestimmte Zeit und ohne Honorar. Aber ein halbes 16-Millionen-Dollar-Jahresgehalt dürfte verschmerzen für die größte Dummheit einer Sportlerkarriere, die nun genug Zwangsurlaub und Besinnung bekommt für seine wohltätige Zero2Hero Foundation

Arenas Wizards Gunpoint

Der nach dem EM-Break zum Peace-Hippie frisierte Dirk Nowitzki ist der lachende Winner schon vor diesem Weekend. Sein Dreier zum 107-100 und seine 26 Punkte bei einem starken 42-23-Schlussviertel bescherten den wichtigen 112-103-Texas-Derbysieg gegen die San Antonio Spurs. Die Dallas Mavericks thronen mit 25-15 im Südwesten und nähern sich den im neuen Jahr auswärts sieglosen Champions Lakers (28-8), den die Mavs am Mittwoch, 13.01. empfangen. Im Osten verloren alle Top-Teams: Cavs (28-10), Celtic (25-9) und Magic (24-12), nun schon viermal hintereinander. Später (Sonntag 01:00 Uhr) der Southeast-Hit gegen die Hawks oder Superman Howard, InVincible, Jameer Nelson, JJ Reddick und Rashard Lewis gegen Joe Johnson, Mike Bibby, Josh Smith, Al Horford und Marcin Gortat. Ach ja: die Nets bei 3-33, die ihren Spielern übrigens Wettspiele während der Inlandflüge verboten haben. Der Negativrekord liegt bei 9-73, aufgestellt von Philadelphia 76ers 1971-72.

In Germany übertrug das DSF (bald Sport 1) vorhin ihr 17. Spiel live aus der BBL, ein müdes 68-59 von Titelfavorit Berlin (14-3) in Trier (7-10). In Vorfreude auf das Hagen-Spiel (6-10, Tabellenletzter???) morgen bei Meister Oldenburg (11-5) bohrte mich die Frage nach der aktuellen TV-Tabelle. So sahen und sehen die 24 Spiele aus:

10.10.09 Oldenburg – Bamberg
18.10.09 Berlin – Oldenburg
23.10.09 Braunschweig – Quakenbrück
25.10.09 Frankfurt – Bonn
30.10.09 Bonn – Berlin
01.11.09 Ludwigsburg – Oldenburg
07.11.09 Tübingen – Ludwigsburg
14.11.09 Ludwigsburg – Ulm
21.11.09 Frankfurt – Berlin
28.11.09 Quakenbrück – Berlin
05.12.09 Weißenfels – Braunschweig
11.12.09 Trier – Bonn
12.12.09 Braunschweig – Bamberg
18.12.09 Düsseldorf – Ludwigsburg
26.12.09 Berlin – Göttingen
08.01.10 Giessen – Frankfurt
09.01.10 Trier – Berlin
16.01.10 Frankfurt – Oldenburg
29.01.10 Oldenburg – Berlin
06.02.10 Frankfurt – Ulm
06.02.10 Quakenbrück – Braunschweig
13.02.10 Oldenburg – Bremerhaven
20.02.10 Berlin – Bonn
27.02.10 Bamberg – Frankfurt

Berlin 8
Frankfurt 6
Oldenburg 6
Braunschweig 4
Ludwigsburg 4
Bamberg 3
Bonn 3
Quakenbrück 3
Trier 2
Ulm 2
Bremerhaven 1
Düsseldorf 1
Giessen 1
Göttingen 1
Tübingen 1
Weißenfels 1
Hagen 0
Paderborn 0

Warum soviel Berlin? Warum so wenig Bonn, Bamberg oder Quakenbrück? Warum so wenig Göttingen oder Weißenfels? Warum noch nie Hagen? Passend zur eigenwilligen, sportlich unaktuellen Sendeplanung des Münchner Senders eine heutige Kommentatoren-Weisheit:

„Je größer die Entfernung, desto kleiner die Quote“

Für Phoenix also: Nur draußen statt mittendrin. Beschwerden und Tipps zur Programmoptimierung bitte an zuschauerredaktion@dsf.de…

Aller guten Siege sind drei


Das nimmt uns keiner: Hagen – Trier 79-77, Hagen – Braunschweig 95-85, Hagen – Giessen 68-65. Weg aus dem Abstiegskeller, rauf auf Platz 14 in der ewig schiefen Tabelle – auch wenn wir in dieser BBL-Tabelle Schlusslicht bleiben – aber definitiv sechs Siege bei zehn Niederlagen. Zum Rückspiel gegen den mittelhessischen Liga-Dino (43 Jahre und n paar zerquetschte) meldete die Phoenix-Halle zum erst zweiten Mal in dieser Saison ausverkauft – auslastungsmäßig aber würde das „Millerntor des Basketballs“ mit 84 % an den Play-Offs schnuppern. Auf den wieder mal dicht gedrängten Planken des umquartierten Heubodens klatschte, sang und hüpfte sich die Hagener Jugend heiß für die revitalisierten Restchancen auf den Klassenerhalt. Dem Ü30-Playmaker Michael-Hakim Jordan kamen über die stillschweigenden Abgänge unseres Aufstiegs-Belgiers Thomas Dreesen (nun bei Kangoeroes Boom) und Louisville-Guards André McGee – beide gutgelaunte, verdiente Spieler, die uns fehlen werden – Ruhmeshymnen zuteil, die er nicht nur durch seinen 3-Sekunden-Crunchtime-Dreier gegen Giessen auf seinem weißen Stirnband hätte unterschreiben können.

Michael Hakim Jordan

Seine drei Turnovers zuvor machte er durch diesen Schlussdreier wieder wett und verhinderte ein Overtime nach einem Abstiegskampf, den Phoenix mit ewiger Führung und dem Hinspielcoup klar für sich entschieden hat. Mit dem knappen Trier-Sieg und der Weihnachts-Sensation gegen Schaffartziks Phantoms – nennen wir es ruhig das Spiel der Saison so far so good – hatte sich neue Siegermoral Jordan-like eingebleut an der Volme…äh…Lenne. Immer wieder routiniert-coole Aufbaudribblings mit Sicherheitsgurt bis tief in die Zonendefense, wo Kale, Kruel und Turek auf seinen Assists aufleben und aus dem einstigen Guard-Forward-Powerplay ein durchgängiges Centerspiel geformt haben. Dafür spielt Chase Griffin gerne Backhand-Guard ohne auf seine Weitsprung-Layups verzichten zu müssen. Dazu beflügeln Pryor und Fleetwood die Forward-Force mit ihren Flying Dunks.
Phoenix hat seine Spielweise verändert, aus dem verspielten, abenteuerlichen Aufsteiger wurde ein kompetent kalkulierender Erstligist, der den vorfinanzierten Überlebensernst umsetzt, indem er die Punkte nach Größe hart unter dem Korb erkämpft. Inklusive Dunkelziffer-Unkosten und Roster-Risiko zum Jahreswechsel, die das kleeblättrige Glücksschwein wegfegen möge. Solange der Kader 2010 zum neuen Jahrzehnt gut abrechnet: Business First Class.

„So soll es bleiben, so passt es gut.“
Ingo Freyers Neujahrsspruch

Ruhe 2010

Nach nem internetfreien Blog-Break meldet sich HAYPHOENIX noch vor dem Chinesischen Neujahr (Yin-Yang, gut essen und Böllerreste zünden) zurück und wünscht allen Lesenden…

happy 2010merry xmas